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Exchange - alles träumend aufsagen

Exchange – alles träumend aufsagen

Exchange – alles träumend aufsagen Performance / text for two actors with a duration of 53 min.Video „ Exchange – alles träumend aufsagen / Dróme and rehearsals “ HD, 25:30 min. 2014 Two actors are trying to embody an E–mail correspondence from January 14, 2014 till June 4, 2014 by Sylvie Vojik and Florian Klette.

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Variation on a stair
Variation on a stair

Variation on a stair

2014 Performance, CASS Gallery London
Ausgehend vom Bild des Widerstandes / Hindernisses zwischen Kommunizierenden oder eben Künstler und Rezipient in Form von Sprache, Technik, Geistiger und körperlicher Konstitution, wird ein solches allgemein bekanntes Hindernis konstruiert.

Grundlage ist der Versuch durch das Gehen auf einer provisorischen Treppe eine Erzählung zu entwickeln, bei welcher sich die Beobachter so in Relation zum Akteur setzen als würden sie selbst die Treppe gehen. Steigen und Fallen, Rythmus und Geschwindigkeit der Ausführung werden zur Methode bei eben diesem Versuch eine Verbindung zu den Beobachtern herzustellen.

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Ungefährer Vorschlag
Ungefährer Vorschlag

Ungefährer Vorschlag

Ungefährer Vorschlag

 

 

zur gesamten Serie siehe bitte

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Schmitt und Chammer
Schmitt und Chammer

Above us only sky – Schmitt und Chammer

In einem Interview berichtet Mies van der Rohe über den Widerstand lokaler Architekten der Stuttgarter Schule gegen den Bau der Weißenhofsiedlung, bei dem auch Le Corbusier, Mart Stam und andere Vertreter des Neuen Bauens beteiligt waren. Er nennt zwei der größten Widersacher: „Schmitt und Chammer“ – gemeint sind Paul Schmitthenner und Paul Bonatz, damals führende Vertreter des konservativen und traditionsorientierten Bauens.

Für mehr Informationen siehe

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Above us only sky
Above us only sky

Above us only sky

Installation unter dem Dach der Brenz Kirche, Killesberg, Stuttgart
Schlauch, Nessel, Wassertonnen, Wasser
2013

Auf einem Holzsteg durchquert der Betrachter diagonal den Raum. Die Giebelwände des Raumes sind mit Nessel abgespannt und beleuchtet. Wasser tropft vom Dach herunter in Gefäße welche im Raum verteilt stehen. Der Zugang zur Installation ist durch einen alten Kirchturm - der Ausgang wird durch die Toilette des Gemeindedieners genommen.

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Something true, based on a nice story
Something true, based on a nice story

Something true, based on a nice story

2012 Performance, T-Shirt Sell, Ausstellungsraum Klingental, Basel CH

Gegenstand der Performance ist eine Erzählung über Florian Klettes Garten, die von dreihundertdreißig Fotografien begleitet wird. Diese Erzählung wird mit einem dem Garten gewidmeten Lied fortgesetzt sowie gegenständlich umgesetzt: Nach der Performance können T–Shirts erworben werden, die mit Pflanzen aus Klettes Garten bedruckt sind. Der Preis hierfür wird vom Käufer festgelegt.

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Einheiten – excerpt

Einheiten – excerpt

2012 HD Video, 38:30 min.

 

Zu den Besonderheiten der Alltagskultur gehören aber nicht nur ästhetische, sondern auch persönliche Phänomene. Man übertreibt nicht, wenn man Klettes Interviewpartner aus der Videoarbeit „Einheiten – excerpt“ als ein solches Phänomen bezeichnet. Der weißbärtige Mann, der mit dem diminuierenden Charme des hessischen Dialekts alle Zweifel an seiner Integrität zerlegt, nutzt das Gespräch zu einer Eloge auf die Wissenschaften. Schnell wird deutlich, dass der Mann zwar von keinem systematischen, aber doch von überbordendem Wissen gesegnet ist. Offenkundig hat er über sein Leben hinweg einen Wissenshaufen zusammengetragen, der sich nicht verschließt, sondern sich mit aller Macht seinen Weg durch die Windungen der sprachlichen Vermittlung bahnen will. Klette inszeniert das Interview in der Ästhetik fernsehmedialer Wissenschaftssendungen und hebt seinen Gesprächspartner damit in den Rang eines Universalexperten. Entsprechend philosophiert dieser über das Bewusstsein vom Urknall mit der gleichen packenden Intensität wie über Bildgesetze des Lebens, Besonderheiten der Kohlenstoffmoleküle oder Wildformen des Maises. Ja, man mag diesen Mann für einen Spinner halten, weltfremd und der Lebensrealität entrückt, aber diese Einschätzung verkennt die performative Qualität seines Auftritts.

 
Auszug aus „Spaß an der Sache. Über Florian Klette und sein Interesse an den Besonderheiten unserer Alltagskultur“, Dr. Daniel Hornuff, 2012 HFG Karlsruhe

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Foucault und so
Foucault und so

Foucault und so

2009 Performance/Installation

 
Mittels einer Schablone leckt Klette einen kaum sichtbaren Schriftzug an die Wand. Die Verwendung von Speichel anstatt Druckfarbe spielt auf den von Michel Foucault initiierten Diskurs über Originalität an. Im Vordergrund greift Klette mit Verwendung der Fußnote „Foucault und so“ die gegenwärtige Wissenschaftshörigkeit sowohl auf Seiten des Künstlers als auch seitens der Rezipienten auf und gibt diese durch die Papierschablone als O–Ton wieder.

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Molly, Bill and Wendy
Molly, Bill and Wendy

Molly, Bill and Wendy

2011 Video Performance, 20:32 min, PAL

Gegenstand des Projektes sind Testimonials (Verbraucherberichte) von Kunden einer US-amerikanischen Softwarefirma. Diese Testimonials wurden der Firma per E-Mail zugesendet und sind als Kundenwerbung auf deren Webseite aufgeführt. Die Softwarefirma entwickelt Spyware, die dem Anwender die Überwachung fremder Computer oder ganzer Netzwerke ermöglicht und sämtliche Aktionen wie E-Mail-Verkehr und Websiteaufrufe registriert. Aus nahezu jedem dieser Testimonials geht hervor, dass Werte wie Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit und Treue durch eine kontrollierte Überwachung gefördert werden.Die Überwacher berichten von ihren Enthüllungen und äußern sich positiv über den Einsatz der Software. Die Firmenleitung überwacht ihre Angestellten, Eltern überwachen ihre Kinder und in Beziehungen überwachen sich die Partner gegenseitig.
Jedes Testimonial erzählt seine eigene Geschichte, jedes auf eine andere Art und Weise. Drei Schauspieler versuchen, diese Texte in einer 20-minütigen Inszenierung darzustellen. Auf diese Weise entsehen scheinbare Dialoge zwischen den Charakteren, die zwischen Absurdität und Tragik schwanken und sich aufgrund der in E-Mails verwendeten Unmgangssprache an der reduzierten Form der Inszenierung brechen. So werden mehrere E-Mails simultan überlagert oder ganze Passagen im Chor gesprochen.

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Jockey dansen

Jockey dansen

2009 Video, 15:34 min, PAL

 
Für eine Ausstellungsbeteiligung im Heidelberger Kunstverein recherchierte Klette über den damaligen Direktor Johan Holten. Dabei fand er heraus, dass Holten vor seiner Tätigkeit als Kurator professioneller Balletttänzer gewesen war. Daraufhin bewarb sich Klette mit einem Anschreiben, in welchem er Holten bat, ihm eine seiner früheren Choreographien beizubringen. Klette nahm im Vorfeld der Ausstellung Tanzunterricht bei Holten. Gegenstand der Ausstellung sind das Bewerbungsschreiben und eine Videoarbeit, welche die Fortschritte in den Unterrichtseinheiten dokumentiert und die einstudierte Kür zeigt.

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Die Präsentation
Die Präsentation

Die Präsentation

Die Arbeit entstand im Rahmen der Präsentationsreihe des Stuttgarter Künstlerhauses „Hier und Jetzt“ kuratiert von Michael Birchall und Axel Wider. Der Künstler entschloss sich mit den Strukturen der klassischen Künstlerpräsentation zu agieren und diese auf simple Weise zu transformieren. Vor dem blauen Hintergrund der Powerpointprojektion auf einem Stuhl sitzend, legte er die obligatorische Fragerunde am Ende von Präsentationen, gleich an den Anfang, ohne dem Publikum vorher etwas über seine Arbeit zu erzählen. Somit wurde der Rahmen für eine Konversation geöffnet, die weit über die Grenzen hinausgeht, welche durch die Praxis des Künstlers als Diskussionsgrundlage gesteckt worden wären. Durch den so gerichteten Fokus auf das Fragen des Publikums, wird die Koexistenz vom Interesse an künstlerischen Positionen einerseits und die Profilierung durch Wissen über zeitgenössische Kunst andererseits, offen legt.

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Hot and cold works
Hot and cold works

Hot and cold works – Wasser in den Temperaturen 22,03°C, 35,00°C, 57,01°C, 70,00°C und 90,00°C

2008 Fotografie, Lambda-Print, Diasec, jeweils 53x74 cm
Durch die Glaswand eines Aquariums wurde Wasser in ansteigender Temperatur fotografiert. Dabei fokussiert die Linse ein Thermometer, welches kurz vor dem Auslösen der Kamera aus dem Wasser gezogen wird. Somit ist der Punkt der absoluten Bildschärfe zwar im Bild vorhanden, dabei aber ebenso wenig sichtbar wie die gemessene Temperatur des Wassers auf den einzelnen Fotos der fünfteiligen Bildserie. Das Ergebnis wird im Diasec-Verfahren präsentiert (Digitalprint hinter Plexiglas auf Alu-Dibond).

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Text haben
Text haben

Text haben

2009 Video Installation, Objekte und Text

Über einen Zeitraum von zwei Wochen sprach Klette Passanten vor dem Projektraum „Interventionsraum“ in der Stuttgarter Marienstraße mit der Bitte an, ihm über ihr zuletzt gelesenes Buch zu erzählen. Diese Nacherzählungen wurden per Video aufgezeichnet. Danach wurden die Beteiligten aufgefordert, einen Fragebogen zum Thema Lesen auszufüllen und ihre Geschichte einem passenden Gegenstand zuzuordnen oder einen solchen zu gestalten. Wer selbst keinen Gegenstand erschaffen konnte, hinterließ genaue Skizzen und Anleitungen für andere Passanten, die das Vorhaben für sie ausführen sollten. Im Laufe der zwei Wochen kam dreieinhalb Stunden Textmaterial zustande.

Die Ausstellung fand im Rahmen der Ausstellungsreihe EXP. des Projektraumes „Interventionsraum“ Stuttgart vom 30.10.2009 bis 06.11.2009 statt.

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Picking up a match
Picking up a match

Picking up a match

2007 Performance, Drei-Kanal-Video, 07:32 min, PAL, synchron auf drei Monitoren

Gemeinsam versuchen elf Künstler ein Streicholz aufzuheben, es durch den Raum zu tragen und auf einem Sockel wieder abzulegen.

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Ones audience
Ones audience

Ones audience

2010, Mdf, Teppich, Bergkristall, Elektromotor, 100 x 100 x 98cm

In der Ausstellung “Hardcore/décor”, Import/Export, Frankfurt am Main, in Zusammenarbeit mit Julien Viala.
Begehbarer Kubus, in dessen Innenraum sich ein drehender Bergkristall auf einem Podest befindet. Vom Betrachter im Kubus sind von außen nur die Beine zu sehen. Auf diese Weise bilden Beine und Würfel eine Einheit und werden zur Skulptur.

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No stranger to you and me
No stranger to you and me

No stranger to you and me

2010 Video Performance

„No stranger to you and me“ verfolgt die Idee eines Pop-Rituals, bei welchem die Beteiligten ihr Bewusstsein auf ein populäres Musikstück richten.
Dabei wird das Musikstück über mehrere Ebenen hinweg immer weiter transformiert.
Der Aufbau besteht aus 15 CD-Spielern, die allesamt mit“In The Air Tonight” von Phil Collins bestückt sind. Die Anwesenden erhalten einen Papierbecher, der einen Schluck Wasser enthält. Die CD-Spieler werden der Reihe nach angeschaltet und die Anwesenden gebeten, den Schluck Wasser aufzunehmen und über die Dauer des Liedes im Mund zu behalten.

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New Works
New Works

New Works

Holz/Papier, Maße variabel, in Zusammenarbeit mit Julien Viala, Künstlerhaus Heilbronn

„New Works“ zitiert die Untertitelung von groß angelegten monografischen Ausstellungen in Kunstinstitutionen. Der Begriff “New Works” oder “Neue Arbeiten” wird zum Label und verspricht die Wiederauferstehung eines Künstlers bzw. die Weiterführung einer Karriere und dient als Vehikel zur Marktplatzierung. Die mit weißem Papier bespannten Holzrahmen, teils wie in einer Lagerhalle gestapelt, teils in sich zusammenstürzend, verweisen auf mögliche neue Arbeiten der Zukunft, deren Gefäße und Platzhalter bereits vorhanden sind.

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Movements of money
Movements of money

Movements of money

2008 Video, 13:22 min, PAL

In dem Video „Movements of money“ sind Menschen vor einer Stadtkulisse zu sehen, die offensichtlich Musik aus Kopfhörern hören und sich auf- und abgehend mehr oder weniger frei zur Musik bewegen, mit dem Kopf nicken oder leicht mit dem Fuß wippen während Passanten an ihnen vorbeiziehen. Bei den Personen handelt es sich um Bank- und Börsenangestellte, die vor ihren Institutionen zu dem Lied „Money“ von Pink Floyd tanzen.

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ISR at City Hall
ISR at City Hall

ISR at City Hall

Video Performance, 07:48 min, PAL

 
Eine Gruppe deutscher und amerikanischer Künstler, die an dem dreimonatigen Projekt „ISR-Institute of Social Research“ beteiligt ist, trifft sich zur Durchführung einer Aktion im Gebäude der Stadtverwaltung von San Francisco. Art und Weise der Aktion ist den Beteiligten nicht bekannt.
Die Gruppe wird gebeten, sich als Chor aufzustellen und auf ein Einsatzzeichen hin einen Ton zu singen. Folgende Vorgaben sind dabei einzuhalten: Der Ton soll ohne Worte geformt werden, die Gruppe darf sich vorher nicht auf eine Tonlage einstimmen und es ist so laut wie möglich zu singen, wobei nach dem ersten Atemholen wieder auf der ersten Tonlage anzusetzen ist.
So stand jeder Beteiligte vor der Wahl, zum Entstehen einer Harmonie im Gesang der Gruppe beizutragen, indem er sich einem anderen, lauteren Ton anpasst, oder er mit aller Kraft versucht, seinen Ton als Referenz zu etablieren. Die Aktion wurde schließlich von der Aufsichtspolizei abgebrochen.

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Interieurs
Interieurs

Interieurs

2009 – 2012

Fotoserie, entnommen einer Dauersammlung von Internetfotografien.
Die aus Immobilienportalen stammenden Bilder werden in Pigmentdruck und mit Rahmen und Passepartout präsentiert.

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Ich bin fleißig
Ich bin fleißig

Ich bin fleißig

2009 (Sound-)Installation, Audio 02:27:42 min, mp3, Schuhe, Lautsprecher und Verstärker

 
Da sich in Klettes Notizblock aus dem Jahr 2008 mehr Geschriebenes als Gezeichnetes befand, beschloss er, diesen Text in einer zweieinhalbstündigen Lesung vorzutragen. Der Text, der in der Installation aus einem Paar von Klettes alten Schuhen zu hören ist, beinhaltet Maßangaben zu Skizzen, Ideen für geplante Projekte, Nonsens, Gedichte, notierte Adressen, Fahrplannotizen öffentlicher Verkehrsmittel und Termine. Klette legt Entstehungsprozesse offen, lässt in seine Gedankenwelt einblicken und gibt die oft banalen Ausgangspunkte für komplexe Projekte preis. Die Offenlegung erhält von der Ausdauer des Betrachters ihr Maß, denn nur bei längerem Zuhören erschließen sich die Inhalte und somit die Genese der im Text erwähnten Projekte. Genialität und Originalität im Zusammenhang mit dem Mythos des Skizzenblocks oder des Tagebuchs eines Künstlers wird hier ebenso thematisiert wie die Frage, inwieweit sich Fleiß als Eigenschaft in künstlerischem Schaffen niederschlägt, visualisiert werden kann und als Terminologie im Beurteilen von Kunst tauglich ist.

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How to fight loneliness
How to fight loneliness

How to fight loneliness

2008 Video, 03:24 min, PAL

 
Im Video bläht sich die Plastiktüte auf dem Kopf ihres Trägers auf und fällt wieder in sich zusammen; sie wird mit Klettes Atem gefüllt und geleert. Die rudimentäre Zeichnung eines lächelnden Gesichtes ist bei aufgeblähter Tüte sichtbar, folgt der Atemzug, so schrumpft sie zusammen und vereint sich mit den Zügen des darunter liegenden Gesichtes. Die Sichtbarkeit der Zeichnung schwindet mit dem Verbrauch an Atemluft in der Tüte.

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Formen hoher Nutzbarkeit
Formen hoher Nutzbarkeit

Formen hoher Nutzbarkeit

2007 Video, 07:22 min, PAL

Im Video zu dieser Arbeit ist Klette damit beschäftigt, sich mit größtmöglicher Präzision eine Holzkiste um den Kopf zu zimmern. Sein Werkzeug sind Hammer und Nägel. Dieser Aufnahme gingen mehrere Versuche voraus. Die Arbeit ist Bestandteil einer Werkserie, in welcher er intensiv die Formen der Behausung im urbanen Raum mit unterschiedlichen Medien wie Collage, Skulptur und Performance untersucht.

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So lange ich meinen Atem hielt
So lange ich meinen Atem hielt

So lange ich meinen Atem hielt

2009 Installation/Skulptur, Holz, 30x30 cm, Länge je nach Kondition (ca. 38 m)

Klette beteiligt sich an einem Skulpturenwettbewerb mit einem Holzsteg, der genau so lang ist wie die Strecke, die er ohne zu atmen gehen kann. Ausgehend vom Gedanken, dass Skulptur immer einen Speicher von körperlicher und geistiger Kondition des Erschaffers darstellt, wurde in einer urbanen Situation ein Holzsteg auf der Strecke errichtet, welche Klette zuvor abgelaufen ist, während er seinen Atem so lange wie möglich anhielt.

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Curtain
Curtain

Curtain

MDF, Metall, Beize, Höhe 3,20 m

Die Installation greift formal die Umrisse einer sich in der Landschaft fortsetzenden Mauer auf. Möchte der Betrachter die Mauer passieren, muss er sich seitwärts gehend, mit der Schulter voraus durch den schmalen Ausgang bewegen.

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Der kürzere Weg
Der kürzere Weg

Der kürzere Weg

Seit 2008, Bildband mit 44 Abbildungen

Fortlaufende Sammlung an Fotografien, die als Abkürzungen genutzte unbefestigte Fußwege im urbanen Raum darstellen. Gezeigt werden Wege, die angelegte Verkehrsführungen abkürzen, umgehen oder optimieren.

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365 x 3 – Was es heißt, ein Archiv zu führen
365 x 3 – Was es heißt, ein Archiv zu führen

365 x 3 – Was es heißt, ein Archiv zu führen

2008/2009 Audio-CD, 21:33 min

 

Über ein Jahr hinweg nahm Klette jeden Tag unmittelbar nach dem Aufwachen einen von sich in den Laptop gesungenen Ton auf, den er drei Sekunden lang hielt. Dabei wurde der Ton nicht überlegt gesetzt, sondern dem Zufall körperlicher Faktoren überlassen. Klette begibt sich damit auf die Suche nach einem unbewussten Grundton, der frei von dialogischer Betonung ist und seine Prägung durch die Umstände des jeweiligen Zeitraumes erhält.

Während der Durchführung verbat sich Klette das Anhören der zuletzt gesungenen Töne, um eine Angleichung der Tonstimmung auszuschließen.

In der Soundinstallation folgen die Töne chronologisch aufeinander, wodurch sich ein Klangbogen über das gesamte Projektjahr spannt. Stellenweise scheinen ein paar aufeinanderfolgende Töne in derselben Tonlage zu sein, was sich mit dem nächsten Ton meist wieder ändert. Da Klette versuchte, jeden Tag dieselbe Tonlage zu treffen, ist das Projekt neben der Disziplinierung zur täglichen Fortführung auch als eine Reflexion des akustischen Gedächtnisses zu lesen.

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The offer
The offer

The offer

2010 Video Performance, 07:30 min

Performance am Eröffnungsabend der Ausstellung “hardcore/décor” im Kunstraum „Import/Export“ in Frankfurt am Main. Als Bestandteil einer zunächst formalen Begrüßungsrede wurde eine von Florian Klette gefertigte dreistöckige Torte angeschnitten. Nach einigen Minuten beginnt er damit, Tortenstücke in das überraschte Kunstpublikum zu werfen.
Ein Teil des Publikums verlässt fluchtartig den Raum; die noch übrigen Gäste liefern sich derweil zu dem aus Lautsprecherboxen dröhnenden “Instant Karma” von John Lennon eine wilde Tortenschlacht mit Klette.
Die Arbeit The offer scheint die Verhältnisse zwischen einer gewissen Förmlichkeit und Etikette auf Vernissagen und Kunstevents auszuloten und spielt mit der Erwar- tungshaltung von Produzenten und Rezipienten an die Kunst als Event, Happening und Party in intellektuellem Habit.

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Exchange – alles träumend aufsagen

Exchange – alles träumend aufsagen Performance / text for two actors with a duration of 53 min.Video „ Exchange – alles träumend aufsagen / Dróme and rehearsals “ HD, 25:30 min. 2014 Two actors are trying to embody an E – mail correspondence from January 14, 2014 till June 4, 2014 by Sylvie Vojik and Florian Klette.The correspondence is about a future exhebition project and its details, realized by Klette in the artspace „art3“ in Valence, F, run by Vojik. During the performance the actors are trying to pick up the text that is changing between information about dates, roomsizes and technical stuff, a text for a figure (a role) and a text that is reflecting the situation of the actors themselfs, the artist and the curator.
Further the text is unfolding Klettes and Vojiks doubts and weakness in the process of planning an exhebition project and their miscommunication. The idea that two actors will work with this text was consequently moninoring the whole correspondence and came up in the second E – mail as an answer from Klette on Vojiks question:„ It will be nice to begin to exchange about your project for art3 in September. Have you some ideas?. About the book?
Last time I saw you, you were thinking about a project not specially linked with the both projects you developed during your residency here. Please let me know.” The appearance of the actors and their clear speech is confronted with the fast written E – mail text by two non – native English – speakers. The video „ Exchange – alles träumend aufsagen / Dróme
and the rehearsals “ HD, 25:30 min. 2014, shows the outcrops from the rehearsals as well as sequences from the performance.
The rehearsals were filmed in the Valley of the river Dróme near to the provencal alps and in the space of art3, Valence, surrounded by the exhebition „Permanent Vacation“ from Uta Pütz.

Variation on a stair

2014 Performance, CASS Gallery London
Ausgehend vom Bild des Widerstandes / Hindernisses zwischen Kommunizierenden oder eben Künstler und Rezipient in Form von Sprache, Technik, geistiger und körperlicher Konstitution, wird ein solches allgemein bekanntes Hindernis konstruiert.

Grundlage ist der Versuch durch das Gehen auf einer provisorischen Treppe eine Erzählung zu entwickeln, bei welcher sich die Beobachter so in Relation zum Akteur setzen als würden sie selbst die Treppe gehen. Steigen und Fallen, Rythmus und Geschwindigkeit der Ausführung werden zur Methode bei eben diesem Versuch eine Verbindung zu den Beobachtern herzustellen.

 

Variation on a stair
Florian Klette investigates the division of self during his performance and the connection between himself and the public. Obstacles like the materials, language, perception of movement, constitution of mind and understanding are represented by the stairs. The impulse of doing something leads the artist to the need to go beyond these obstacles, transforming them into something new and uncertain on the way from the performer to the receiver. Something will be destroyed in the process. The ups and downs physically mirror the ambivalent feeling and the intimate struggle of the performer as human being.
Moreover, while watching a performance, the audience wants to receive sensations and feel entirely part of the spectacle, but at the same time does not want to stay too close, be connected to the artist but keeping a certain distance. Struggling with the text of the performance, Florian tries to lead the public to identify with himself.

Silvia Meloni, Curator based in London

Ungefährer Vorschlag

in  Above us only sky

Hospitalhof Stuttgart 2013

 

 

 

 

 

Above us only sky – Schmitt und Chammer

Text und Textcollage, Inszenierung für zwei Schauspieler, ca. 40 min.

2013

In einem Interview berichtet Mies van der Rohe über den Widerstand lokaler Architekten der Stuttgarter Schule gegen den Bau der Weißenhofsiedlung, bei dem auch Le Corbusier, Mart Stam und andere Vertreter des Neuen Bauens beteiligt waren. Er nennt zwei der größten Widersacher: „Schmitt und Chammer“ – gemeint sind Paul Schmitthenner und Paul Bonatz, damals führende Vertreter des konservativen und traditionsorientierten Bauens.

Im Rahmen des Ausstellungsprojekts Above us only sky, welches sich mit der Baugeschichte der Brenzkirche in Stuttgart auseinandersetzt, arrangiert das szenische Projekt Schmitt und Chammer zeitgenössische Texte. Wirkungsvolle Zitate von konservativen Architekturgrößen werden den Idealen des Neuen Bauens gegenüber gestellt. Im Kirchenarchiv gefundene Texte aus der Zeit des Nationalsozialismus und freie Dialoge suchen nach dem Menschlichen zwischen den beiden Figuren, welches zwischen der Euphorie über neues Denken in Architektur und Gestaltung des Lebensraumes auf der einen Seite und den Zwängen und traditionsbewussten Reglements des Nazi-Regimes auf der anderen Seite schwankt.

Die inhaltliche und phonetische Qualität der Texte wird von den Sprechern teilweise überhöht und durch Wiederholung einzelner Worte und Satzteile ins Absurde getrieben. Somit scheint sich der aufgegriffene amtliche Sprachkörper zu verselbstständigen und konterkariert letztlich sich selbst.

In den Rollen Schmitt und Chammer: Barabara Denjean von Stryk und Dietmar Ziegler

 

Above us only sky

Gegenstand des Ausstellungsprojektes Above us only sky ist die Baugeschichte der Brenzkirche auf dem Stuttgarter Killesberg. 1933 von Alfred Daiber im Stil des Neuen Bauens errichtet, wird auf Drängen des Stadtrates im Jahre 1938, kurz vor Eröffnung der Reichsgartenschau in Stuttgart, auf das Flachdach der Kirche ein Satteldach gesetzt.

Des Weiteren wird dem Bau an der gerundeten Nordwestecke eine rechtwinkelige Ecke zugefügt, Fensteröffnungen vermauert und die offene Stahlkonstruktion des Glockenturmes geschlossen.

Im Rahmen von Above us only sky wird die Thematik in unterschiedlichen Medien erarbeitet: Es entstehen sowohl eine Serie von Kleinplastiken, Papiercollagen und Rauminstallationen sowie eine Inszenierung für zwei Sprecher.

Above us only sky (Installation)

Auf einem Holzsteg durchquert der Betrachter diagonal den Raum. Die Giebelwände des Raumes sind mit Nessel abgespannt und beleuchtet. Wasser tropft vom Dach herunter in Gefäße welche im Raum verteilt stehen. Der Zugang zur Installation ist durch einen alten Kirchturm – der Ausgang wird durch die Toilette des Gemeindedieners genommen.

Installation unter dem Dach der Brenz Kirche, Killesberg, Stuttgart
Schlauch, Nessel, Wassertonnen, Wasser
2013

Something true, based on a nice story

Gegenstand der Performance ist eine Erzählung über Florian Klettes Garten, die von dreihundertdreißig Fotografien begleitet wird. Diese Erzählung wird mit einem dem Garten gewidmeten Lied fortgesetzt sowie gegenständlich umgesetzt: Nach der Performance können T–Shirts erworben werden, die mit Pflanzen aus Klettes Garten bedruckt sind. Der Preis hierfür wird vom Käufer festgelegt.

 

2012 Performance, T-Shirt Sell, Ausstellungsraum Klingental, Basel CH

Einheiten – excerpt

Zu den Besonderheiten der Alltagskultur gehören aber nicht nur ästhetische, sondern auch persönliche Phänomene. Man übertreibt nicht, wenn man Klettes Interviewpartner aus der Videoarbeit „Einheiten – excerpt“ als ein solches Phänomen bezeichnet. Der weißbärtige Mann, der mit dem diminuierenden Charme des hessischen Dialekts alle Zweifel an seiner Integrität zerlegt, nutzt das Gespräch zu einer Eloge auf die Wissenschaften. Schnell wird deutlich, dass der Mann zwar von keinem systematischen, aber doch von überbordendem Wissen gesegnet ist. Offenkundig hat er über sein Leben hinweg einen Wissenshaufen zusammengetragen, der sich nicht verschließt, sondern sich mit aller Macht seinen Weg durch die Windungen der sprachlichen Vermittlung bahnen will. Klette inszeniert das Interview in der Ästhetik fernsehmedialer Wissenschaftssendungen und hebt seinen Gesprächspartner damit in den Rang eines Universalexperten. Entsprechend philosophiert dieser über das Bewusstsein vom Urknall mit der gleichen packenden Intensität wie über Bildgesetze des Lebens, Besonderheiten der Kohlenstoffmoleküle oder Wildformen des Maises. Ja, man mag diesen Mann für einen Spinner halten, weltfremd und der Lebensrealität entrückt, aber diese Einschätzung verkennt die performative Qualität seines Auftritts.

 

Auszug aus „Spaß an der Sache. Über Florian Klette und sein Interesse an den Besonderheiten unserer Alltagskultur“, Dr. Daniel Hornuff, 2012 HFG Karlsruhe

 

2012 HD Video, 38:30 min.

Foucault und so

Mittels einer Schablone leckt Klette einen kaum sichtbaren Schriftzug an die Wand. Die Verwendung von Speichel anstatt Druckfarbe spielt auf den von Michel Foucault initiierten Diskurs über Originalität an. Im Vordergrund greift Klette mit Verwendung der Fußnote „Foucault und so“ die gegenwärtige Wissenschaftshörigkeit sowohl auf Seiten des Künstlers als auch seitens der Rezipienten auf und gibt diese durch die Papierschablone als O–Ton wieder.

 

2009 Performance/Installation

Molly, Bill and Wendy

Gegenstand des Projektes sind Testimonials (Verbraucherberichte) von Kunden einer US-amerikanischen Softwarefirma. Diese Testimonials wurden der Firma per E-Mail zugesendet und sind als Kundenwerbung auf deren Webseite aufgeführt. Die Softwarefirma entwickelt Spyware, die dem Anwender die Überwachung fremder Computer oder ganzer Netzwerke ermöglicht und sämtliche Aktionen wie E-Mail-Verkehr und Websiteaufrufe registriert. Aus nahezu jedem dieser Testimonials geht hervor, dass Werte wie Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit und Treue durch eine kontrollierte Überwachung gefördert werden. Die Überwacher berichten von ihren Enthüllungen und äußern sich positiv über den Einsatz der Software. Die Firmenleitung überwacht ihre Angestellten, Eltern überwachen ihre Kinder und in Beziehungen überwachen sich die Partner gegenseitig. Jedes Testimonial erzählt seine eigene Geschichte, jedes auf eine andere Art und Weise. Drei Schauspieler versuchen, diese Texte in einer 20-minütigen Inszenierung darzustellen. Auf diese Weise entsehen scheinbare Dialoge zwischen den Charakteren, die zwischen Absurdität und Tragik schwanken und sich aufgrund der in E-Mails verwendeten Unmgangssprache an der reduzierten Form der Inszenierung brechen. So werden mehrere E-Mails simultan überlagert oder ganze Passagen im Chor gesprochen.

 

2011 Video Performance, 20:32 min, PAL

 

Molly, Bill and Wendy Zur Reaktivierung des Körpers

Seit einigen Jahren erfährt der Begriff der Überwachung eine Konjunktur. Vorwiegend in Diskussionen über die öffentliche Sicherheit wird die Überwachung einerseits als staatliche Fürsorge beworben; Kritiker hingegen monieren die Beschränkung essentieller Freiheitsrechte. Beide Lager führen dabei die Auseinandersetzungen höchst konträr und moralisch zugespitzt, und so mag nicht überraschen, dass die Überwachung kaum einmal als Möglichkeit der Vertrauensstiftung gewertet wird. Vielmehr scheint, dass die Überwachung ein verloren gegangenes Zutrauen kompensieren soll und so den Charakter einer Ersatzmaßnahme annimmt. Ein gänzlich anderes Verständnis der Überwachung motiviert zu der Arbeit „Molly, Bill and Wendy“. Auf den Homepages amerikanischer spyware-Hersteller werden regelmäßig Kundenberichte veröffentlicht: Firmenchefs und Privatpersonen geben Aus- kunft über ihre Erfahrungen mit der Software und preisen sie als höchst effiziente Möglichkeit der Vertrauensbildung an. Einige der gewählten testimonials suggerieren sogar, die Datenüberwachung sei als Instrument der Humanisierung praktikabel, man könne also durch Überwachung zerrüttete Verhältnisse neu befrieden. Misstrauische Firmenchefs und argwöhnisch besorgte Väter nutzen das Programm, um die Entfremdung zu Mitarbeitern und Töchtern zu über- winden und um eine neue Verbindlichkeit zu ihrer Autorität herzustellen. Die Werbestrategie der testimonials setzt dabei ganz bewusst auf die Absenz der Körper. Gehen andere Firmen längst dazu über, in Internet-Kurzvideos begeisterten Kunden Statements zu ermöglichen, so bleiben hier die Sprechenden unsichtbar und entziehen damit jeder Glaubwürdigkeitsprüfung den Boden. Eine erweiterte Bedeutung erhält die Anonymisierung der Körper durch die Tatsache, dass die beworbene spyware ebenfalls erst dann notwendig wird, wenn auch zwischen Überwacher und Überwachtem kein direkter Kontakt besteht. Folglich baut das Produkt sowohl in seiner Anwendung als auch in seiner Bewerbung auf einer notwendigen Absenz der Körper auf. Oder anders gewendet: Erst der Entzug des Körpers verleiht dem Produkt die Legitimation zu Kauf und Einsatz. Vor diesem Hintergrund erhält das Projekt „Molly, Bill and Wendy“ eine hohe Brisanz, will es doch den testimonials einen Körper zurückzugeben. Insofern handelt es sich um eine künstlerische Forschungsarbeit, deren Ergebnisse bei Projektstart offen sind: Werden durch den performativen Akt der Wiederverkörperung die Berichte authentifiziert? Oder entlarvt sich so erst recht ihre konstruierte Rhetorik? Und was bedeutet das für das Konzept der Überwachung: muss es notwendigerweise den Körper ausschließen, um positiv ausdeutbar zu sein? Oder legen gerade Subjektivierung, Individualisierung und Personalisierung der testimonials die Verwerflichkeit solcher Methoden frei? Das Projekt sucht nach Antworten, indem es die Texte an Körper rückkoppelt und folglich nach den Wechselwirkungen zwischen Sprache und Sprechen, zwischen Behaupten und Verkörpern fragt.

 

Dr. Daniel Hornuff Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe Institut für Kunstwissenschaft und Medienthoerie

Jockey dansen

Für eine Ausstellungsbeteiligung im Heidelberger Kunstverein recherchierte Klette über den damaligen Direktor Johan Holten. Dabei fand er heraus, dass Holten vor seiner Tätigkeit als Kurator professioneller Balletttänzer gewesen war. Daraufhin bewarb sich Klette mit einem Anschreiben, in welchem er Holten bat, ihm eine seiner früheren Choreographien beizubringen. Klette nahm im Vorfeld der Ausstellung Tanzunterricht bei Holten. Gegenstand der Ausstellung sind das Bewerbungsschreiben und eine Videoarbeit, welche die Fortschritte in den Unterrichtseinheiten dokumentiert und die einstudierte Kür zeigt.

 

2009 Video, 15:34 min, PAL

Die Präsentation

Die Arbeit entstand im Rahmen der Präsentationsreihe des Stuttgarter Künstlerhauses „Hier und Jetzt“ kuratiert von Michael Birchall und Axel Wider. Der Künstler entschloss sich mit den Strukturen der klassischen Künstlerpräsentation zu agieren und diese auf simple Weise zu transformieren. Vor dem blauen Hintergrund der Powerpointprojektion auf einem Stuhl sitzend, legte er die obligatorische Fragerunde am Ende von Präsentationen, gleich an den Anfang, ohne dem Publikum vorher etwas über seine Arbeit zu erzählen. Somit wurde der Rahmen für eine Konversation geöffnet, die weit über die Grenzen hinausgeht, welche durch die Praxis des Künstlers als Diskussionsgrundlage gesteckt worden wären. Durch den so gerichteten Fokus auf das Fragen des Publikums, wird die Koexistenz vom Interesse an künstlerischen Positionen einerseits und die Profilierung durch Wissen über zeitgenössische Kunst andererseits, offen legt.

Hot and cold works – Wasser in den Temperaturen 22,03°C, 35,00°C, 57,01°C, 70,00°C und 90,00°C

Durch die Glaswand eines Aquariums wurde Wasser in ansteigender Temperatur fotografiert. Dabei fokussiert die Linse ein Thermometer, welches kurz vor dem Auslösen der Kamera aus dem Wasser gezogen wird. Somit ist der Punkt der absoluten Bildschärfe zwar im Bild vorhanden, dabei aber ebenso wenig sichtbar wie die gemessene Temperatur des Wassers auf den einzelnen Fotos der fünfteiligen Bildserie. Das Ergebnis wird im Diasec-Verfahren präsentiert (Digitalprint hinter Plexiglas auf Alu-Dibond).

 

2008 Fotografie, Lambda-Print, Diasec, jeweils 53 x 74cm

 

Von Indexikalisierungen entlastet
Zur Arbeit „Hot and Cold Works – Wasser in den Temperaturen 22,3 °C, 35,00 °C, 57,01°C, 70,00 °C und 90,00 °C“ von Florian Klette, 2009.  Es gehört zu den hartnäckigsten Annahmen der jüngeren – modernen – Bildgeschichte, technisch gen- erierten Bildern eine Aussagekraft über die Realität entlocken zu können. Gerne wird in diesem Zusam- menhang auf die Objektivierungskraft der Apparate verwiesen, als konservierten sie das vor die Linse Gerückte dauerhaft, vor allem aber unzweifelhaft und öffneten damit verlässliche Sichtlinien zum Ursprung- sobjekt. Ganze Generationen von Kunst- und Medientheoretikern – allen voran und mit griffigen Wendungen operierend Roland Barthes – gerieten unter diesem Bildglauben in Verzücken, erschien ihnen doch das Bild nicht länger als verfälschende und täuschende Größe, sondern vorwiegend als tragfähiges Dokument der Tatsächlichkeit. Gar eine „Spur der Realität“ wollte Barthes in analogen Fotografien ausgemacht haben – und begründete mit dieser Formel eine weitverzweigte Tradition indexikalischer Bildverständnisse, die bis hinein in aktuelle Debatten um die Authentizität des Digitalen reicht. Florian Klettes Arbeit „Hot and Cold Works“ nimmt auf subtile Weis diese durchaus naive Auffassung zum Anlass – und setzt ihr eine ironische Spielform entgegen. In der vierteiligen Bilderserie scheint der Blick auf die Realität durch graue Schleier gänzlich vernebelt. Eine allzu voreilige und flüchtige Deutung würde die nur in Nuancen abgestuften Farbverläufe der Abstrakten Fotografie zuordnen können – und womöglich dort, wo es kaum etwas zu erkennen gibt, mit Vieldeutigkeitspostulaten argumentieren: Als liege im scheinbar Undurchdringlichen in Wahrheit das schier Unergründliche. Doch Klettes Arbeit entzieht sich einem solchen Inter- pretationsehrgeiz und wendet die Zeugniskraft des Fo- tografischen auf eine sprachliche Ebene: „Wasser in den Temperaturen 22,3 °C, 35,00 °C, 57,01°C, 70,00 °C und 90,00 °C“. Vielleicht mag der Blick nach diesen Hinweisen in der unterschiedlichen Anzahl der Bläschen, in der Variation von Dichte und Tönung der grauen Flächen nach Bestätigungen oder Widerlegun- gen der postulierten Wärmegrade forschen: In jedem Fall wird ihm die definitive Unmöglichkeit einer visu- ellen Authentifizierung – buchstäblich – augenschein- lich werden. Die Dokumentationsofferte des Fotografischen entschwindet ihm in gleicher Weise, wie ihm die determinierende Titelgebung als bloße Behauptung erscheinen mag. Zwischen Bild und Sprache entsteht zwar eine direkte Korrelation, ohne dass allerdings aus ihr weiterreichende Aussagemöglichkeiten ge- borgen werden könnten. Dass Klette dabei die Tem- peraturabstufungen bis auf die zweite Kommastelle zuspitzt und damit eine erhöhte Differenzierungs- und Konkretisierungsanstrengung nahe legt, belegt nach- drücklich das intendierte Reflexionsmoment: Gestattet die technisch erzeugte Visualität tatsächlich eine bis in letzte Realitätswinkel und Wirklichkeitsnuancen, ja sogar eine in das Immaterielle der Temperatur vordrin- gende Einsichtnahme? Klettes Arbeit überzeugt vom Gegenteil – und unterstreicht, dass jedes Bild zunächst einmal den Blick auf die Realität verstellt und von vorschnellen indexikalischen Verweisaufgaben entlastet werden sollte. Wer hingegen Bilder als definitiver Abdruck, als Spur des Lebens wertet, muss mit einem durch die Referenzan- nahme eingeschränkten Deutungsspektrum rechnen, das eingetrübt und konturverunklarend die Erkenntni-skraft schwächt.

 

Dr. Daniel Hornuff Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe Institut für Kunstwissenschaft und Medienthoerie

Text haben

Über einen Zeitraum von zwei Wochen sprach Klette Passanten vor dem Projektraum „Interventionsraum“ in der Stuttgarter Marienstraße mit der Bitte an, ihm über ihr zuletzt gelesenes Buch zu erzählen. Diese Nacherzählungen wurden per Video aufgezeichnet. Danach wurden die Beteiligten aufgefordert, einen Fragebogen zum Thema Lesen auszufüllen und ihre Geschichte einem passenden Gegenstand zuzuordnen oder einen solchen zu gestalten. Wer selbst keinen Gegenstand erschaffen konnte, hinterließ genaue Skizzen und Anleitungen für andere Passanten, die das Vorhaben für sie ausführen sollten. Im Laufe der zwei Wochen kam dreieinhalb Stunden Textmaterial zustande. Der nächste Schritt war, die einzelnen Texte zu transkribieren und in Textblöcke mit jeweils vier Zeilen zu zerschneiden. Zur Ausstellungseröffnung wurden die Textstücke an die Besucher mit der Bitte verteilt, diese zu lesen und anschließend auf den bereitliegenden DIN A 4 Blättern aufzukleben. Die Besucher waren somit maßgeblich an der Sinngestaltung eines neuen Textes beteiligt. Im Anschluss wurde dieser Text von einem Radionachrichtensprecher des SWR im Ausstellungsraum vorgelesen. Die Videoprojektion der Nacherzählungen stellt den Ausstellungsgegenstand dar. Auf einem Monitor ist die Performance mit der Lesung des Nachrichtensprechers zu sehen. Die von den Beteiligten hergestellten Gegenstände und Skulpturen sind im Raum verteilt auf Sockeln und Tischen installiert. Durch die ausgestellten Fragebögen, Skizzen und Anleitungen kann ein Einblick in den Projektprozess gegeben werden. Mit diesem Projekt ist Klette der Frage auf der Spur, ob ein Leser zum Autor werden kann, wenn er seine Geschichte so genau wie möglich nacherzählt und visuell umsetzt. Die Fragebögen dienen weniger der wissenschaftlichen Auswertung denn als Möglichkeit für die Befragten, ihr individuelles Lesegefühl zu reflektieren. Der Ausstellungsbesucher bekommt die Gelegenheit, sich nicht nur in einem Textarchiv auf verschiedenen Ebenen zu bewegen, sondern darüber hinaus dem Prozess beizuwohnen, in dem geschriebener, gelesener und nacherzählter Text von der einen in die andere Ebene getragen wird. Was geht bei dem jeweiligen Transfer verloren, was kommt als Qualität hinzu?

 

Die Ausstellung fand im Rahmen der Ausstellungsreihe EXP. des Projektraumes „Interventionsraum“ Stuttgart vom 30.10.2009 bis 06.11.2009 statt.

 

2009 Video Installation, Objekte und Text

Picking up a match

Gemeinsam versuchen elf Künstler ein Streicholz aufzuheben, es durch den Raum zu tragen und auf einem Sockel wieder abzulegen.

 

2007 Performance, Drei-Kanal-Video, 07:32 min, PAL, synchron auf drei Monitoren

 

Matchball
Picking up a match nennt der Stuttgarter Künstler Florian Klette seine im Wettbewerb Junge Kunst der Eno- vos ausgezeichnete Videoarbeit. Ein Streichholz auf- heben heißt das übersetzt, und darum geht es auch in dieser von einer Gruppe Studenten im Rahmen eines Projektaufenthalts im kalifornischen San Francisco ausgeführten Performance. Natürlich spielt Klette auf die ambivalente Bedeutung des Titels an: Mit Picking up a match ist auch – beispielsweise beim Fußball – ein Spiel aufnehmen im Sinne von ein Spiel beginnen gemeint. Denn gezeigt wird vordergründig eine Art Ge- sellschafts- spiel, ein skurriler Geschicklichkeitstest, der Künstler selbst spricht gar von „vermeintlichem Nonsens“. Jeder kennt das Alltagsutensil Streich- bzw. Zündholz, es ist potentielle Energie und es evoziert gewisse Erin- nerungen, von der Floskel Haben Sie Feuer? bis zum Mädchen mit den Schwefelhölzern, man denkt an Kno- beleien oder Streichhölzer wegnehmen, ein Nullsum- menspiel für zwei Personen. Bei Klette sind es elf Per- sonen, die sich um ein Streichholz bemühen – eine Ode an das Einfache? Bemühen um Konkretion des Kleinen und Unscheinbaren? Ein Hauch Arte Povera? Von allem etwas, wesentlich aber scheint die Einsicht in transformierte Bedeutungsstrukturen, das Verlas- sen der zunächst banal-populären Verständnisebene des objet trouvé. Worum geht es? Die Videoinstallation zeigt auf drei Monitoren einen klar definierten und choreographier- ten Handlungsablauf: Eine Personengruppe schart sich um ein auf dem Boden liegendes Streichholz, kniet gemeinsam nieder, bildet dadurch einen Raum- körper. Aus dem Kreis orientiert sich jeder mit einem ausgestreckten Arm zur Mitte und drückt mit einer Fin- gerkuppe an das Streichholz. Auf diese Weise wird das Streichholz aufgenommen, die Gruppe erhebt sich, transportiert es gemeinsam durch den Raum und legt es auf einem Sockel ab. Die Gruppe trennt sich wieder. Durch die Präsentation auf drei Monitoren, als Text eingeblendete Gedanken (couldn’t it be something very simple…), versetzte Schnitte etc. scheint die Han- dlung zunächst vielfach gebrochen, entpuppt sich allerdings bald als klassischer Spannungsbogen, des- sen Höhepunkt das gemeinsame Aufnehmen des Stre- ichholzes darstellt. Tatsächlich ist diese aus der Vogelperspektive gefilmte Sequenz die Schlüsselszene der Arbeit. Als Hinleitung darauf dient eine Halbtotale der zum Kreis zusam- mengefundenen Gruppe, die kniend eine igluartige Körperarchitektur bildet. Der folgende close-up der Gruppe von oben zeigt das Innenleben dieses Organismus: Die Hände nähern sich langsam der durch das Streichholz definierten Mitte, die Finger streben zum Kern, sie formen eine Sonne mit Strahlen, die Arme werden zu Speichen eines Rades. Und genau hier setzt die visuelle Faszination dieser Arbeit ein eine Art genetisches déjà-vu. Das Rad war in vorgeschichtlicher Zeit Sonnensymbol, es ist das Symbol der Bewegung, des Sonnenweges durch Raum und Zeit, des Lebenslaufes. Die Fenster- rose mittelalterli- cher Sakralarchitekturen wurde rota (Rad) genannt, ihre Nabe galt als göttliches Zentrum, um das sich die Welt dreht. Diese archaisch determinierte Ikonographie nutzt Florian Klette als Bedeu- tungsträger: Gemeint ist letztlich der Kult ums Feuer und damit um die Energie an sich. Jenseits gruppendynamischer Prozesse bilden hier archaische Riten der Sonnenvereh- rung und damit der überlebenssichernde Kampf der Kleingruppe um Feuer und Energie in den Genen und im gemeinsamen Unterbewusstsein heute Agierender den Handlungsfond.

 

Heinz Höfchen, Pfalzgalerie Kaiserslautern

Ones audience

In der Ausstellung “Hardcore/décor”, Import/Export, Frankfurt am Main, in Zusammenarbeit mit Julien Viala. Begehbarer Kubus, in dessen Innenraum sich ein drehender Bergkristall auf einem Podest befindet. Vom Betrachter im Kubus sind von außen nur die Beine zu sehen. Auf diese Weise bilden Beine und Würfel eine Einheit und werden zur Skulptur.

 

2010, Mdf, Teppich, Bergkristall, Elektromotor, 100 x 100 x 98cm

No stranger to you and me

„No stranger to you and me“ verfolgt die Idee eines Pop-Rituals, bei welchem die Beteiligten ihr Bewusstsein auf ein populäres Musikstück richten.
Dabei wird das Musikstück über mehrere Ebenen hinweg immer weiter transformiert. Der Aufbau besteht aus 15 CD-Spielern, die allesamt mit“In The Air Tonight” von Phil Collins bestückt sind. Die Anwesenden erhalten einen Papierbecher, der einen Schluck Wasser enthält. Die CD-Spieler werden der Reihe nach angeschaltet und die Anwesenden gebeten, den Schluck Wasser aufzunehmen und über die Dauer des Liedes im Mund zu behalten. Nacheinander setzt die Musik ein und schwillt zu einer Soundcollage an, während die Beteiligten mit dem Schluck Wasser im Mund zuhören. Nachdem das Letzte der 15 Stücke abklingt, sind die Anwesenden aufgefordert, das Wasser wieder zurück in den Becher zu spucken. Die Flüssigkeit wird eingesammelt und mit einer entsprechenden Menge Gips gebunden. Mit rudimentären Bewegungen werden Flüssigkeit und Gips zu einer Plastik geformt. Die Performance fand in der Galerie Weingrüll anlässlich des Karlsruher Galerirundganges statt.

 

2010 Video Performance

New Works

„New Works“ zitiert die Untertitelung von groß angelegten monografischen Ausstellungen in Kunstinstitutionen. Der Begriff “New Works” oder “Neue Arbeiten” wird zum Label und verspricht die Wiederauferstehung eines Künstlers bzw. die Weiterführung einer Karriere und dient als Vehikel zur Marktplatzierung. Die mit weißem Papier bespannten Holzrahmen, teils wie in einer Lagerhalle gestapelt, teils in sich zusammenstürzend, verweisen auf mögliche neue Arbeiten der Zukunft, deren Gefäße und Platzhalter bereits vorhanden sind.

 

Holz/Papier, Maße variabel, in Zusammenarbeit mit Julien Viala, Künstlerhaus Heilbronn

Movements of money

In dem Video „Movements of money“ sind Menschen vor einer Stadtkulisse zu sehen, die offensichtlich Musik aus Kopfhörern hören und sich auf- und abgehend mehr oder weniger frei zur Musik bewegen, mit dem Kopf nicken oder leicht mit dem Fuß wippen während Passanten an ihnen vorbeiziehen. Bei den Personen handelt es sich um Bank- und Börsenangestellte, die vor ihren Institutionen zu dem Lied „Money“ von Pink Floyd tanzen.

 

2008 Video, 13:22 min, PAL

ISR at City Hall

Eine Gruppe deutscher und amerikanischer Künstler, die an dem dreimonatigen Projekt „ISR-Institute of Social Research“ beteiligt ist, trifft sich zur Durchführung einer Aktion im Gebäude der Stadtverwaltung von San Francisco. Art und Weise der Aktion ist den Beteiligten nicht bekannt. Die Gruppe wird gebeten, sich als Chor aufzustellen und auf ein Einsatzzeichen hin einen Ton zu singen. Folgende Vorgaben sind dabei einzuhalten: Der Ton soll ohne Worte geformt werden, die Gruppe darf sich vorher nicht auf eine Tonlage einstimmen und es ist so laut wie möglich zu singen, wobei nach dem ersten Atemholen wieder auf der ersten Tonlage anzusetzen ist. So stand jeder Beteiligte vor der Wahl, zum Entstehen einer Harmonie im Gesang der Gruppe beizutragen, indem er sich einem anderen, lauteren Ton anpasst, oder er mit aller Kraft versucht, seinen Ton als Referenz zu etablieren. Die Aktion wurde schließlich von der Aufsichtspolizei abgebrochen.

 
Video Performance, 07:48 min, PAL

Interieurs

Fotoserie, entnommen einer Dauersammlung von Internetfotografien. Die aus Immobilienportalen stammenden Bilder werden in Pigmentdruck und mit Rahmen und Passepartout präsentiert.

 

2009 – 2012

Ich bin fleißig

Da sich in Klettes Notizblock aus dem Jahr 2008 mehr Geschriebenes als Gezeichnetes befand, beschloss er, diesen Text in einer zweieinhalbstündigen Lesung vorzutragen. Der Text, der in der Installation aus einem Paar von Klettes alten Schuhen zu hören ist, beinhaltet Maßangaben zu Skizzen, Ideen für geplante Projekte, Nonsens, Gedichte, notierte Adressen, Fahrplannotizen öffentlicher Verkehrsmittel und Termine. Klette legt Entstehungsprozesse offen, lässt in seine Gedankenwelt einblicken und gibt die oft banalen Ausgangspunkte für komplexe Projekte preis. Die Offenlegung erhält von der Ausdauer des Betrachters ihr Maß, denn nur bei längerem Zuhören erschließen sich die Inhalte und somit die Genese der im Text erwähnten Projekte. Genialität und Originalität im Zusammenhang mit dem Mythos des Skizzenblocks oder des Tagebuchs eines Künstlers wird hier ebenso thematisiert wie die Frage, inwieweit sich Fleiß als Eigenschaft in künstlerischem Schaffen niederschlägt, visualisiert werden kann und als Terminologie im Beurteilen von Kunst tauglich ist.

 
2009 (Sound-)Installation, Audio 02:27:42 min, mp3, Schuhe, Lautsprecher und Verstärker

How to fight loneliness

Im Video bläht sich die Plastiktüte auf dem Kopf ihres Trägers auf und fällt wieder in sich zusammen; sie wird mit Klettes Atem gefüllt und geleert. Die rudimentäre Zeichnung eines lächelnden Gesichtes ist bei aufgeblähter Tüte sichtbar, folgt der Atemzug, so schrumpft sie zusammen und vereint sich mit den Zügen des darunter liegenden Gesichtes. Die Sichtbarkeit der Zeichnung schwindet mit dem Verbrauch an Atemluft in der Tüte.

 
2008 Video, 03:24 min, PAL

Formen hoher Nutzbarkeit

Im Video zu dieser Arbeit ist Klette damit beschäftigt, sich mit größtmöglicher Präzision eine Holzkiste um den Kopf zu zimmern. Sein Werkzeug sind Hammer und Nägel. Dieser Aufnahme gingen mehrere Versuche voraus. Die Arbeit ist Bestandteil einer Werkserie, in welcher er intensiv die Formen der Behausung im urbanen Raum mit unterschiedlichen Medien wie Collage, Skulptur und Performance untersucht.

 

2007 Video, 07:22 min, PAL

So lange ich meinen Atem hielt

Klette beteiligt sich an einem Skulpturenwettbewerb mit einem Holzsteg, der genau so lang ist wie die Strecke, die er ohne zu atmen gehen kann. Ausgehend vom Gedanken, dass Skulptur immer einen Speicher von körperlicher und geistiger Kondition des Erschaffers darstellt, wurde in einer urbanen Situation ein Holzsteg auf der Strecke errichtet, welche Klette zuvor abgelaufen ist, während er seinen Atem so lange wie möglich anhielt.

 

2009 Installation/Skulptur, Holz, 30×30 cm, Länge je nach Kondition (ca. 38 m)

Curtain

Die Installation greift formal die Umrisse einer sich in der Landschaft fortsetzenden Mauer auf. Möchte der Betrachter die Mauer passieren, muss er sich seitwärts gehend, mit der Schulter voraus durch den schmalen Ausgang bewegen.

 

MDF, Metall, Beize, Höhe 3,20 m

Der kürzere Weg

Fortlaufende Sammlung an Fotografien, die als Abkürzungen genutzte unbefestigte Fußwege im urbanen Raum darstellen. Gezeigt werden Wege, die angelegte Verkehrsführungen abkürzen, umgehen oder optimieren.

 

Seit 2008, Bildband mit 44 Abbildungen

365 x 3 – Was es heißt, ein Archiv zu führen

Über ein Jahr hinweg nahm Klette jeden Tag unmittelbar nach dem Aufwachen einen von sich in den Laptop gesungenen Ton auf, den er drei Sekunden lang hielt. Dabei wurde der Ton nicht überlegt gesetzt, sondern dem Zufall körperlicher Faktoren überlassen. Klette begibt sich damit auf die Suche nach einem unbewussten Grundton, der frei von dialogischer Betonung ist und seine Prägung durch die Umstände des jeweiligen Zeitraumes erhält. Während der Durchführung verbat sich Klette das Anhören der zuletzt gesungenen Töne, um eine Angleichung der Tonstimmung auszuschließen. In der Soundinstallation folgen die Töne chronologisch aufeinander, wodurch sich ein Klangbogen über das gesamte Projektjahr spannt. Stellenweise scheinen ein paar aufeinanderfolgende Töne in derselben Tonlage zu sein, was sich mit dem nächsten Ton meist wieder ändert. Da Klette versuchte, jeden Tag dieselbe Tonlage zu treffen, ist das Projekt neben der Disziplinierung zur täglichen Fortführung auch als eine Reflexion des akustischen Gedächtnisses zu lesen.

 

2008/2009 Audio-CD, 21:33 min

The offer

Performance am Eröffnungsabend der Ausstellung “hardcore/décor” im Kunstraum „Import/Export“ in Frankfurt am Main. Als Bestandteil einer zunächst formalen Begrüßungsrede wurde eine von Florian Klette gefertigte dreistöckige Torte angeschnitten. Nach einigen Minuten beginnt er damit, Tortenstücke in das überraschte Kunstpublikum zu werfen.
Ein Teil des Publikums verlässt fluchtartig den Raum; die noch übrigen Gäste liefern sich derweil zu dem aus Lautsprecherboxen dröhnenden “Instant Karma” von John Lennon eine wilde Tortenschlacht mit Klette. Die Arbeit The offer scheint die Verhältnisse zwischen einer gewissen Förmlichkeit und Etikette auf Vernissagen und Kunstevents auszuloten und spielt mit der Erwar- tungshaltung von Produzenten und Rezipienten an die Kunst als Event, Happening und Party in intellektuellem Habit.

 

2010 Video Performance, 07:30 min

Vita

2014
– Ambivalent, CASS Gallery, London
– Pfalzpreis für Plastik, Pfalzgalerie Kaiserslautern

 

2013
– Above us only sky, Hospitalhof Stuttgart (E)

 

2012
– „Something true, based on a nice story“ Performance at Ausstellungsraum Klingental, Basel, CH
– Die verlassene Form, self service open art space, Stuttgart (E)
– Bestof Bestof, Videoprogramm curated by Marco Schmitt und Patrick Alt Helper Projects Brooklyn, NY

 

2011
– Wie geht’s Dir Stuttgart, Künstlerhaus Stuttgart
– Hey der Mond sieht voll krass aus, Künstlerhaus Heilbronn 2010
– Art jeune, Galerie Schlossgoart, Esch-sur Alzette, Luxemebourg
– Junge Kunst Enovos, Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen
– „Hardcore/Décor“, Import/Export, Frankfurt Main

 

2009
– „Übermorgenkünstler“, Kunstverein Heidelberg
– 2009 Text haben, Interventionsraum, Stuttgart
– Summer reading /video program curated by Mike Bouchet, Invisible Exports, New York
– „Americas next topmodel – wollen, können, dürfen.“ Studio Jankowski, Berlin

 

2008
– „The Institute of social research and their discovery of artgod“, Württembergischer Kunstverein, Stuttgart

 

2006 -2011
– Studium Freie Kunst an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
– bei Werner Pokorny, Christian Jankowski und Udo Koch

 

2004 – 2006
– Studium Freie Kunst / Bildhauerei an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter bei Bonn
– bei Jochen Breme und Andreas Kienlin

1982 geboren in Karlsruhe

 

Förderung u. A.

 

– 2013 Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds Bonn
– 2013 Artist in residence, art3, Valence, France
– durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Baden Württemberg
– 2012 Atelierstipendium Künstlerhaus Stuttgart
– 2010 Preis, Enovos Junge Kunst Preis, Enovos Deutschland
– 2009 „Hot and cold works – Wasser in den Temperaturen, 22,03°C, 35,00°C, 57,01°C, 70,00°C und 90,00°C“, 5 teilige Bildserie, Digitalfotografie, Lambda-Print, Diasec Ankauf durch das Kunstmuseum Stuttgart

 

Vertreten in privaten und öffentlichen Sammlungen

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